Filadelfia - Horqueta - Cerro Corá - Luque - Hernandarias/PARAGUAY   12.8. - 24.8.2022

Wir sind früh wach und weg, auf der Transchaco zurück, aber nach 75km bei Irala Fernández ist die Strasse von Demonstranten blockiert, nur wenige Autos vor uns, 5Min. früher....., nach 2Std. geht's weiter, jetzt wird natürlich mit Risiko überholt, um die verlorene Zeit aufzuholen, bei der Kreuzung Pozo Colorado gibt es ein Mittags-Kafi mit Kuchen, weiter auf der Ruta 5, bis Concepcion das übelste Stück Strasse, zwischen neu und uralt gibt es alles, auch viel Wellblech, dadurch vergrössert sich der Sprung in der Scheibe links und macht sogar einen zweiten in der Mitte! eine Freude heute: 2 grosse Tukane queren die Strasse direkt vor uns, bei Concepcion führt die Puente Nanawa (1300m lang, 50m hoch) über den Rio Paraguay, trotz Blockade und grottenschlechter Strasse sind wir recht früh hier, deshalb fahren wir weiter bis Horqueta und bleiben beim Hotel y Camping Quinta del Sol, schönes Areal mit Restaurant, 2 Fussball-Feldern, kleinem Pool, Ara-Volière und grosser Gärtnerei, wir stehen wieder einmal in grünem Gras, daneben ein Baño (kleiner Frosch im WC!), alles hübsch und sauber, mit der Dunkelheit treffen Fussball-Spieler ein, es werden 2 Matches gespielt, anschliessend Asado für recht viele Leute, keine Lärm-Belästigung, aber am Morgen überall leere Bierdosen, schade!

Samstag, ein Tag zum Vergessen! weiter auf sehr guter Ruta 5, durch kleine Dörfer, riesige Weiden, Gemüse-Gärten, die Sprünge in der Scheibe wachsen, mehrere Polizei-Posten, aber niemand hat Interesse an uns, wir verlassen die Ebene und es wird hügelig, speziell aussehende Berge tauchen auf, Cerro Memby (264m) ist der grösste, danach die Cordillera de Amambay mit dem NP Cerro Corá, von 600müM kommen wir zum Grenzort Pedro Juan Caballero auf 300müM hinunter, wir halten Ausschau nach "Frontera, Brasil, Aduana, Migracion o.ä.", aber es gibt keine Grenze! erst einkaufen im tollen Laden Maxi nebenan, dann machen wir uns auf die Suche nach dem Zoll (GeCo) und Migracion (wir), wir fragen und alle sind hilfsbereit, trotzdem fahren wir gefühlte 10 Mal hin und her und finden heraus, dass der Zoll erst am Dienstag öffnet (Wochenende und Feiertag am Montag), hier warten ist keine Option, wegen der Windschutzscheibe und einem fälligen Arzt-Termin beschliessen wir, nach Luque/Asunción zurückzukehren, wir fahren bis zum NP Cerro Corá, um 16 Uhr ist das Visitor-Center bereits geschlossen, wir fahren trotzdem hinein, zur Camping-Area führt ein schmales Erdsträssli, die Kunststoff-Seiten-Scheiben bekommen weitere Kratzer ab, Geni macht sich mit der Macheta an die Arbeit, aber nach ca. 700m geht nichts mehr, also ein gutes Stück zurück, bis Geni wenden kann, wir bleiben auf dem grossen Parkplatz bei der Anlage zum Gedenken an die Kapitulation Paraguays im Tripel-Allianz-Krieg (Brasilien, Argentinien, Uruguay) und den Tod von Mariscal Francisco Solano López, auf einem kleinen Rundgang treffen wir auf Kaninchen-Käuze (sie leben in Boden-Höhlen), schöner Mond- und Sonnen-Aufgang, nachts erwachen wir öfters und sehen einen (kleinen) Ameisenbär, total lästig: Mini-Fliegen und eine Art Wildbienen (klein, stechen nicht)

Die Eingangs-Barriere ist noch geschlossen, aber ich finde einen Ranger, bei dem ich bezahlen kann und der die Barriere öffnet, auch wieder mehrere Polizei-Posten, nur bei einer müssen wir anhalten, Fragen und Antworten, keine Papiere, in Yby Yaú zweigen wir auf die Ruta 8 ab, grosse Felder und Weiden, Eukalyptus-Wälder, Kühe, durch ein super-langes Dorf Colonia Rio Verde mit auffallend schönen Häusern, gepflegten Gärten, gestutztem Rasen, Geschäfte, Tankstellen, Restaurants geschlossen, wir sehen keine Namen, tippen aber auf Mennoniten/europäische Einwanderer, unendlich viele Lomadas durch die vielen kleinen Dörfer, Getreide-Silos (u.a. Sesam, Soja), wieder grosse Sümpfe, wir fahren lange Strecken auf einem Damm, wir wundern uns, dass sie hier keine Wasserbüffel haben, beste Strasse, schöne Landschaft, wenig Verkehr, so schaffen wir die 400km an einem Tag und sind am Sonntag-Nachmittag in Luque und stehen zum 3. Mal bei der Quinta Tiffany, wir sind die einzigen Overlander

Am Montag ist National-Feiertag: Gründung von Asunción, Ruhetag für uns, heiss aber windig, für die Nacht wird noch stärkerer Wind vorausgesagt, auf Anraten von Reiner wechseln wir auf einen Baum-freien Platz, man weiss ja nie....

Aber die Nacht bleibt ruhig, mit Infos aus dem Internet und Tipps von Reiner und Sascha (sein Stockschiess-Kollege) machen wir uns auf die Suche nach einer neuen Windschutzscheibe, als erstes zu Iveco im Centro von Asunción, Fehlanzeige: die gibt es hier nicht mehr, also auf der sehr stark befahrenen Ruta 2 zur nächsten Iveco in San Lorenzo, von allen werden wir total nett empfangen, man kümmert sich sofort um unser Problem, wir werden mit Kafi und Guetzli verwöhnt

Eine Scheibe ist an Lager, es dauert länger für die Abklärung, ob sie auch 100% zum GeCo passt, zum Glück ist dem so, bald treffen die Parabrisa-Leute von Dapar SA ein, pünktlich auf Arbeitsschluss um 17:30 sind sie fertig, weil der GeCo jetzt nicht mehr bewegt werden darf, übernachten wir in der Werkstatt (fast im Freien, das ganze Gebäude ist vorne offen), taghell erleuchtet, Security-bewacht, es regnet

Am nächsten Morgen treffen die Mechaniker pünktlich um 7:30 ein, weil wir schon mal bei Iveco sind, lassen wir auch noch den 20'000km-Service machen (besser zu früh, als wenn es dann in Brasilien ein Problem ist), anschliessend kommt der GeCo zum Spezialisten für die Federung, die Blattfedern werden geölt und ein Gummischutz bei deren Aufhängung angebracht, so fährt es sich besser - ohne Knarren und Quietschen, das sei durch den feinen Staub (polvo) vom Chaco ausgelöst worden

¡Un gran agradecimiento a Leonardo, Liliana y los mecánicos por el trabajo súper rápido y bueno!

Um 17:30 fahren wir in der Dämmerung los zurück nach Luque, wir sind seltenst bei Dunkelheit unterwegs, deshalb auch ungern, zum Glück hat es nicht sehr viel Verkehr, wir erreichen die Quinta Tiffany um 18Uhr ohne Zwischenfall (gefährlich sind Löcher, fehlende Schachtdeckel, lichtlose Mopeds u.ä.)

In der Nacht endlich etwas mehr Regen als auch schon, aber der Landwirtschaft hilft auch das noch nicht, zum Grosseinkauf wie üblich mit Uber zum Los Jardines, neues Angebot mit importierten Artikeln (Toblerone, Kafi für Nespresso, Chinesisches uvm, vergrössertes Grill-Angebot), ein voller Einkaufswagen mit Filet, Wein, Bier und vielen Kleinigkeiten kostet etwas mehr als 1 Million! PYG = CHF 144

Endlich haben wir das Mosquito-Netz in Angriff genommen, Schritt 1: Haken-Schräubchen anbringen, Schritt 2: die Weite des Netzes bei der Aufhängung oben unserem Bett anpassen, aber so ist es noch nicht brauchbar, als nächstes muss der Himmel angehoben (noch keine Ahnung, wie) und die Münzen (Tipp von Elke & Bernd) für die Magnete (Tipp von Karin & Lars) hinten unter die Schränke geklebt werden

Es ist wieder wärmer, von der gewaschenen Wäsche trocknet fast alles bis am Abend

Geni ist seit Stunden daran, ein Stück Spare-Ribs vom Rind zu braten, es riecht schon sehr gut!

Von Reiner (Tour mit Gästen) und Sebastian (Langschläfer) haben wir uns bereits gestern verabschiedet, heute noch von Carmen, mit vielen Lomadas durch Luque hindurch und wieder auf einem Damm durch den grossen Sumpf bis zur "Ruta Luque-San Bernardino", die führt dem Lago Ypacaraí entlang, danach auf der Ruta 2 bis Ciudad del Este, die wird auf 4 Spuren ausgebaut: Bäume werden gefällt, Strommasten versetzt, Häuser teilweise/ganz abgerissen, Vorgärten halbiert/weg, Geschäfte verschwinden - hoffentlich werden die Besitzer anständig entschädigt....., ab Coronel Oviedo kennen wir die Strecke bereits, aber von der anderen Seite sieht alles anders aus, Halt bei Lanctolandia, wir kaufen Milch, Butter, Yoghurt, der Käse enttäuscht uns, es gibt nur Danbo (dänisch, kennen wir nicht) und Muzzarella, aber die von 100g bis 10kg!

Heute 4 Polizei-Posten und der letzte hat es in sich: 1. nur Papiere, 2. Bremskontrolle, 3. nur Fahr-Ausweis, 4. wir sind 27kmh zu schnell (77 statt 50) mit Beweisfoto! das soll USD 200 kosten (der Beweis dafür ist eine Quittung vom Frühling),  Geni fragt nach dem Preis ohne Quittung, so bezahlen wir schliesslich USD 100! das ist sicher immer noch zu viel, aber wir sind im Fehler und mögen nicht chäre (geteilt durch die 7 anwesenden Polizisten gibt es für jeden nicht soo viel), alle Polizisten sind immer sehr nett

Zum Übernachten haben wir uns in Hernanderias die Playa/Parque von Itaipú Binacional ausgesucht, wir sollten ein Permit vom Haupteingang Itaipú haben, Jorge kümmert sich darum, in der Zwischenzeit macht er mit uns ein Rundfährtli mit dem E-Mobil durch die grosse Anlage zum Camping mit Grill-Häuschen, direkt am Rio Paraná, er ist aber geschlossen ist wegen wenig Wasser und Renovation, die Genehmigung von Itaipú hätten wir aber die Security vor Ort sagt NO, so schade, auch wenn wir nur auf dem Parkplatz gestanden wären, jetzt ist es dunkel, wir fahren nur noch bis zur nächsten Tankstelle (PUMA), grosser Platz, grosse LKWs treffen laufend ein, hell beleuchtet, ruhig, wir schlafen gut von 22-7Uhr

Rosaleda - Filadelfia   5.8. - 11.8.2022

Am Freitag machen wir uns auf den Weg zurück nach Filadelfia, für die 30km bis Mariscal und zur Ruta 9 brauchen wir 1½ Std.! die Ruta 15 wird ausgebaut als Transoceánica, die ist 531km lang und führt von Chile bis Brasilien, beim Hotel Florida ist unser Wunsch-Platz frei (es hat eh nur wenig Autos), Viktor sitzt in der Runde mit Heidi & Robi (Landcruiser/CH), wir essen mit ihnen zusammen Znacht (Buffet: heute nicht unbedingt zu empfehlen), wie viele andere sitzen auch wir draussen, obwohl es nicht soo warm ist

Und endlich Regen, wir brauchen sogar den Schirm und sind mit den Crocs unterwegs, zum Einkaufen und endlich zur Coiffeuse (Peluqueria Vicky: Tipp von Margrith in Rosaleda), wir laufen vorsichtig, der nasse, festgefahrene Sand kann rutschig sein, Heidi & Robi verlassen uns, dafür treffen Nicky & Florian (MB/D) ein, am Nachmittag schon wieder sonnig

In nächster Zeit sollten keine Erd-/Sand-Strassen mehr auf unserer Route sein, also lohnt es sich, den GeCo in- und auswendig zu putzen, Geni fährt ihn zum Lavandero, danach sieht er wieder aus wie neu, auch die Fenster und Mosquito-Netze sind fällig, die brauchen Zeit, weil einer putzt und der andere dagegen halten muss und das alles mit viel Gefühl

Auch der Tule-Teppich muss gewaschen werden: Geni ist ein Oliven-Glas entglitten, der Teppich hat einiges abbekommen und riecht nach Essig, im Lavabo des Baño ging die Reinigung noch ganz gut, auch er sieht wieder aus wie neu, ist aber etwas schlapp geworden

Geni backt den ersten Kuchen im Omnia, eine Fertigmischung, kommt gut und schmeckt

Letzter Einkauf im Supermercado Fernheim und treffen dort Cécile mit Tochter aus Rosaleda an, so ein Zufall! der Besuch der Ferreteraia fällt aus, die schliesst bereits um 11:30 (der Supermarkt erst um 12Uhr), Arbeits-Beginn und -Schluss wird hier mit einer Sirene für den ganzen Ort angekündigt, sehr speziell

Und wir entdecken einen Sprung in der Windschutzscheibe, auf dem Weg von Rosaleda hat es geknallt, wir dachten, wir haben Glück und der Stein sei an der Karrosserie abgeprallt, wir schauen uns bei Gelegenheit um, ob das geflickt werden kann

Zum 2. Mal essen wir im Girasol (nur 1 Strasse weiter), letztes Mal Geni viel Fleisch, Pommes, Gemüse, ich chinesisches Poulet und Reisnudeln, heute grosse Hamburger mit Maniok-Pommes, dazu Tomaten-Palmherzen-Salat (der ist zuviel, wir nehmen ihn mit für morgen), das Girasol ist sehr zu empfehlen, freundliche Bedienung, grosser Innenhof, da kann es evtl. laut werden (Bar, Fussball-Matches am TV)

Am Donnerstag, 11.8., schauen wir uns um 23Uhr den Super-Mond an, er ist so nah an der Erde wie selten, dazu ist der Saturn gut sichtbar

Filadelfia - Rosaleda   31.7. - 4.8.2022

Es ist Sonntag, viele Gäste haben das Hotel schon früh verlassen und wir verlassen Filadelfia, der Ort ist ausgestorben, bald fahren wir von der Ruta 9 ab und auf recht guter Erdstrasse zum Fortin Toledo aus dem Chaco-Krieg gegen Bolivien (09/1932 - 11/1935), zu sehen gibt es ein kleines, neues Museum mit einem Überblick und Sammlung von Militär-Gegenständen, der Guide zeigt uns ein paar Schützengräben (fast ganze und auch zerfallene), einen Kommando-Posten (Lehmhütte) und goldene Büsten von 3 Kriegshelden, interessanter ist nebenan die Pekari-Station, 3 Arten von Pekari (Nabelschweine) werden hier gezüchet, Weissbart-, Halsband- und Chaco-Pekari, diese sind stark gefährdet und werden ausgewildert, der Name stammt von den brasilianischen Tupi-Indianern und bedeutet ca. „Tier, das viele Wege durch den Wald macht“, auf der gleichen Strasse zurück, einige PKWs kommen uns entgegen, man interessiert sich für den Chaco-Krieg, die Pekaris, die grosse Parilla dort oder alles

Lange Baustelle auf der Ruta 9, wir holpern auf der Umfahrung daneben, bei Mariscal José Félix Estigarribia nehmen wir die Ruta 15 nach Rosaleda und lernen eine üblere Sorte von 30km Erdstrasse kennen- (wir vernehmen, dass sie sonst noch schlechter ist), kein Problem für den GeCo, Geni fährt wenn nötig sehr langsam und umkurvt die Sandlöcher wenn möglich, recht viele Vieh-Transporter kommen uns entgegen, Ankunft beim Hotel Rosaleda von Cécile & Renato, einige Gäste sind da, wir richten uns auf dem Platz ein, Dusche/WC (gross) dürfen wir vom Zimmer 3 benützen, danach ein kühles Bier vom Fass und dann Znacht: Poulet mit Gemüse, dazu Pommes und Salat, alles vom Feinsten, heiss und Zuviel, es ist recht warm, viele kleine Fliegen und grosse Nachtfalter im GeCo (wir haben die Aussenlampe brennen lassen), das Lesen vor dem Einschlafen wird deswegen gestrichen

Der 1. August wird auch hier gefeiert, das Restaurant ist hübsch geschmückt, es gibt Bratwurst, Kartoffel-Salat und Brot (alles selbst gemacht), ich entdecke das Panaché wieder, schmeckt mir und hat nicht soo viel Alkohol (wohl umso mehr Kalorien), wir lernen einige der Pioniere kennen, die vor über 25 Jahren in den Busch kamen und sich hier etwas aufgebaut haben, dann gibt es noch einen Fackel-Umzug mit den Kindern und ein kleines Feuer wird entzündet, es ist sehr trocken und sehr warm (gegen 35°), oft weht ein mehr oder weniger starker Wind, der bringt neben "Kühlung" natürlich auch wieder feinen Sandstaub in den GeCo, die grossen Frottéetücher kommen auf den Sitzen zum Einsatz, bei diesen Temperaturen ist das angenehmer, wir haben es verpasst, in Uruguay Schaffelle zu kaufen

Weil wir ein paar Tage hier bleiben, wird die Nespresso-Maschine aktiviert (wir haben noch wenige Kapseln, danach füllen wir selber die mitgenommenen Metallkapseln), aber ausser orange blinken kann sie nichts, wir probieren alles mögliche und fragen dann bei Nespresso, die Antwort: der Fehler liegt in der Elektronik und es dämmert uns, dass es daran liegt, dass der Ruta 15 entlang dickere Stromkabel gezogen und grössere Masten gesetzt werden, deshalb wird jeden Vormittag der Strom abgeschaltet und der grosse Generator angeworfen, deshalb der Fehler! Am Nachmittag mit dem Normal-Strom ist es kein Problem

Wir besuchen Honig-Ernst (stören ihn bei der Siesta), er zeigt uns das Labor, wo er seine Spezial-Honig-Produkte herstellt, sie wirken gegen alle möglichen Gebresten, neben Kühen hat er auch div. Hühner, Pfauen, Fasane, Perlhühner, Tauben, Schweine, der Garten soll sehr schön sein, leider ist er jetzt gelb und vertrocknet, wir kommen beim kleinen Friedhof vorbei und beim ehemaligen Schulhaus

Mit Renato besichtigen wir das zusätzlich erworbene Terreno, in 2½ Tagen hat ein Bagger den grossen Blätz gerodet, die Büsche liegen auf grossen Haufen, die Bäume bleiben stehen, immer wieder ziehen dunklere Wolken auf, aber ausser ein paar Regentropfen tut sich nichts, die Wäsche kann ich Cécile geben, die wird sogar getumbled, Geni kann wieder einmal einen Fussball-Match sehen, aber die richtige App haben wir noch nicht gefunden

Am letzten Abend zum Znacht Asado, 2 grosse Rippenstücke brutzeln auf dem grossen Grill, es ist kein Filet, aber es gibt auch zarte Stücke und ist sehr gut im Geschmack

Luque - Pirahú - Filadelfia   25.7. - 30.7.2022

Im Los Jardines ein letztes Mal den Vorrat auffüllen, dann treffen wir auf die Ruta 9 "Transchaco", etwas harzig durch die Vorstadt Mariano Roque Alonso mit vielen Lomadas und Ampeln, zügig geht es über die Puente Remanso und schon sind wir auf dem Land, die Strasse ist schmal aber gut, daneben wird eine neue gebaut, bald merken wir auch wieso das nötig ist: Löcher, Flicken, am Rand ausgebrochen, Spurrinnen, ca. 400km Baustelle bis Fortin Rio Verde, links und rechts der Strasse Sumpf und Teiche (wenig Vögel), dahinter Weiden und Palmwälder, mehr Verkehr als erwartet, Strassenbau-LKW, Viehtransporter, PKW und Busse, für Geni ist es sehr anspruchsvoller Tag, an der Strasse viele ärmliche Bretterbuden, die wohl bald der neuen Strasse weichen müssen

In Pirahú stehen wir beim Parador Pirahú, Znacht essen wir im Comedor (Hamburger und Pommes), mit einem Halloo begrüsst uns Danilo (er sieht deutsch aus und spricht deutsch), er möchte wissen, was es mit den Geckos auf sich hat, andere machen Fotos vom GeCo, spät bekommen wir noch einen nahen Nachbarn: ein langer LKW (zum Glück kein Kühlwagen), der Chauffeur kocht sich das Essen und telefoniert gleichzeitig mit der Familie, seinen Film später können wir mit-hören, aber auch bei ihm kehrt bald Ruhe ein, in der Latinapress lesen wir, dass es im Pantanal brennt und deshalb über 14 Gemeinden/Verwaltungsbezirke im Bundesstaat Mato Grosso do Sul der Ausnahmezustand für 180 Tage verhängt ist, wir versuchen herauszufinden, ob wir und unsere Route betroffen sein könnte, das ist aber nicht so einfach, auf die Anfrage bei Latinapress nach mehr Infos bekommen wir die Antwort: Infos erhalten wir direkt bei den lokalen Behörden - sehr hilfreich😬

Ab Fortin Rio Verde fahren wir auf der neuen Strasse, sie ist nicht viel breiter aber viel besser, der Baustellen-Verkehr fällt weg, sehr angenehm, Kafi bei der Tankstelle in Pozo Colorado, die Rutas 5 und 9 kreuzen sich hier, einige Busse, viele Verkaufsstände an den Strassen, leider brauchen wir nichts von schönen Gemüse/Früchten, die nächsten Tage wollen wir in Restaurants essen, bei Cruce Loma Plata zweigen wir auf eine Erdstrasse ab (recht gut, einige Stellen mit tiefen Sandlöchern), es wird empfohlen auf der Hauptstrasse zu bleiben, wir sehen jetzt wieso: fast keine Wegweiser, keine Strassen-Nummer/-Namen, alles Erdsträssli, ganz wenig Häuser, wir wollen das Fortin Boqueron anschauen, nach rund 30km erreichen wir den Haupteingang: CERRADO, der 2. Eingang ebenfalls, ich konsultiere Google (ich weiss, das könnte frau vorher tun): Montag und Dienstag geschlossen, also weitere ca. 50km auf Erdstrasse zur Ruta 9 und darüber hinaus nach Filadelfia, die Temperatur-Anzeige zeigt 39°, netter Empfang vom Chef Raymundo vom Hotel Florida, unsere Post ist noch nicht da, aber DHL hat die Verspätung avisiert, während wir uns auf dem Parkplatz einrichten trifft DHL mit unseren neuen Kreditkarten ein, Marion & Walter (KAT/D) sind da, sie reisen schon länger

Obwohl der Platz nicht so ideal ist (grosser Parkplatz mit viel Hin und Her von Restaurant- und Hotel-Gästen) gefällt es uns doch, nach der Abreise von Marion & Walter ziehen wir um auf "ihren" Platz, hier haben wir etwas mehr Privat-Sphäre und können sogar eine Wäscheleine montieren, Znacht essen wir öfters im Restaurant (Tomaten-Salat, Fisch, Pizza, Bier vom Fass, Fleisch teilweise zäh, das Büsi hat Freude daran, alles grosse Portionen), am Nachmittag jeweils ein kurzer Schwumm im sauberen Pool, sogar Geni, obwohl das Wasser recht frisch ist, 5 Min. von hier ist ein sehr guter Supermarkt mit grossem europäischem Angebot, aber KEIN Alkohol (gehört zur Cooperative der Mennoniten), auch feines Soft Ice (Vanille/Schoggi), immer wieder werden wir von Hotel-Gästen angesprochen (darunter auch Corona-Schwurbler), gleich vis-à-vis das Tourist-Office und die Museen über die Geschichte der Mennoniten, Gegenstände von den Einwanderern und Tiere des Chaco, das Industrie-Museum haben wir verpasst, es ist nur am Freitag Morgen offen

Elke & Bernd (Landcruiser/D) treffen ein, auch sie sind schon länger unterwegs, am Donnerstag starker Wind, Staubwolken von den Erdstrassen (nur die Hauptstrassen sind geteert) und trockenen Gärten, Znacht essen wir trotzdem draussen (wir sind nicht die einzigen), drinnen ist es zu kalt, nachts sogar Regen (davon ist am Morgen nichts mehr zu sehen) und 14° kühler, am Morgen danach das grosse Putzen innen, der rote Staub liegt überall, Ankunft von weiteren Overlandern: junge Franzosen mit Wrack (Toyota Tundra/Pick up), man grüsst sich, immer wieder schaut Viktor vorbei, er ist von hier, spricht deutsch und unterhält sich gern und lang mit Overlandern

Altos - Luque   21.7. - 24.7.2022

Auch das Hasta la Pasta ist ein Platz, bei dem wir ewig bleiben könnten, aber wir verabschieden uns heute von Marion & René, wir sind die letzten Overlander, ab heute ist er aus gesundheitlichen Gründen geschlossen (im iOverlander auch so eingetragen), wir werden oft an Marion & René denken und wünschen den beiden alles Gute! einen Halt machen wir beim Complejo Marianela in Atyra (sauberste Stadt Paraguays) und es lohnt sich, total schön gemachte Replik eines mittelalterlichen, italienischen Klosters, Geni gefällt das Mauerwerk, mir die Deko mit farbigen Plättli-Scherben, zahlreiche Kunstwerken und Wandmalereien paraguayischer und internationaler Künstler, alle 93 Holztüren der Zimmer sind unterschiedlich verziert, auf dem 58 ha großen Grundstück hat es Kühe, Schafe, einen Obst- und Gemüse-Garten, wir kaufen grüne Bohnen und Petersilie, am frühen Nachmittag erreichen wir Luque und die Quinta Tiffany, unser Wunsch-Plätzli ist noch frei, Karin & Lars sind schon da, ebenfalls 2 Mechaniker, die sich um ihr Alternator-Problem kümmern, es sieht gut aus und am nächsten Tag ist der neue Alternator bereits eingebaut und auch die kleinen Probleme wie Lämpli sind behoben

Die Nächte sind ziemlich warm, immer wieder stören uns Mosquitos, es ist höchste Zeit, dass wir das Bett-Mosquitonetz montieren, wir suchen dafür noch eine Lösung mit möglichst wenig Schrauben/Löchern, Lars hat die super Idee: Metallplättchen und Magnete, wir arbeiten jetzt an der Ausführung

Besuch von Auswanderer Sacha (er spielt montags mit Reiner Eisstockschiessen ohne Eis), er bringt uns grosse Stücke von feinem Zitronenkuchen mit, es ist interessant auch seine Geschichte der Auswanderung vor 15 Jahren zu hören

Direkt neben uns plätschert der frisch gestrichene Springbrunnen, sieht richtig gut aus und noch schöner mit der Beleuchtung in der Nacht

Die letzten beiden Abende grillieren wir zusammen mit Karin & Lars, zum Filet von 1,4kg gibt es Kartoffel-, Bohnen-Salat und frisches Nussbrot, am nächsten Abend Filet-Rest und Chorizo Calabresa (rassige Cervelat), ein Sack Grillkohle ist aufgebraucht, endlich gibt es wieder Platz im Keller

Hohenau - Itaipú - Coronel Oviedo - Altos   11.7. - 20.7.2022

Obwohl sie frei haben, treffen wir Carla & Ruben noch kurz an und können uns von ihnen verabschieden, das ist auch ein Platz auf dem man wegen der Leute und dem Areal viel länger bleiben könnte, kurz einkaufen bei Pronto und weiter auf der Ruta 6 (schmal aber gut), starker Gegen- und Seitenwind, mitten durch kleine Siedlungen (Lombadas undendlich!), riesige Felder (Mais und Mate werden geerntet), weite Kurven, unzählige Hügel auf und ab (zwischen 200-300müM), vor Santa Rita durch einen 400m langen Baum-Tunnel, von hier auf der Ruta 63 quer hinüber zur Ruta 7, überall wird Mais geerntet, LKW warten auf dem Feld, bis sie gefüllt sind und wieder bei den Silos, bis sie geleert sind), durch Ciudad del Este hindurch und zur Anmeldung für den Besuch des Wasserkraftwerkes Itaipú, das ist aber schon geschlossen, auf dem Parkplatz stehen über Nacht ist nicht möglich, also wieder einmal bei einer Tankstelle in Itaipú, am Abend Gewitter mit viel Regen

Sonne und wieder wärmer, kurze Anfahrt zum Centro de Recepción de Visitas CRV, wir werden anhand der ID registriert und bekommen einen Badge für den Bus, zuerst ein Film (Ton viel zu laut) über das Wasserkraftwerk Binacional Itaipú (Paraguay und Brasilien), danach werden mit 6 Bussen verschiedene Punkte angefahren (auch auf der Brasilien-Seite), am Fusse und auf der Staumauer, alles riesig und eindrücklich, danach ein kurzer Besuch beim Museo de la Tierra Guaraní in der Nähe, interessant, die ausgestopfen Tiere sehen alt aus und wenig Infos über die Quaraníes (Ureinwohner), eine Ecke ist dem Schweizer Forscher Moisés Bertoni gewidmet (de.wikipedia.org/wiki/Mos%C3%A8_Bertoni), er hat Stevia bei den Guaraníes entdeckt

Weiter auf der Ruta 2 mit Halt in Yguazú bei "Quesos Cremo" mit grosser Auswahl an Schweizer Käse, wir decken uns für kältere Zeiten mit Raclette-Käse ein, dazu Tilsiter und Camembert, kurz darauf vor "Dr. Juan Eulogio Estigarribia" (so heisst das Dorf wirklich) das nächste MUSS: Soft-Ice bei Lactolanda (eine Kooperative von Mennoniten), das Eis ist wirklich fein, der Kafi (nicht ganz so fein) dazu war kostenlos, wir werden in Deutsch/Plautdietsch angesprochen, in Coronel Oviedo stehen wir wieder bei einer Tankstelle

Das war wieder einmal eine kalte Nacht, am Morgen 8°! Heizung zum Zmorge, wir verlassen die Autobahn Ruta 2 und fahren weiter auf der der Ruta 15 so richtig über Land durch mehrere kleine Dörfer (mit ganz vielen Lomadas), überall Zuckerrohr, LKW-Kolonnen warten vor den Zuckerrohr-Fabriken (dicker, weisser Rauch ist von weitem sichtbar), wir übersehen eine Lomada weil wir nach Früchte-/Gemüse-Ständen am Strassenrand Ausschau halten, die Gewürzdösli spicken aus dem Regal und in den Schränken ist vieles nicht mehr am Ort, trotz Antirutsch-Matten! den Rest kaufen wir im Superseis (einer der besseren Läden) in San Bernardino und sind am frühen Nachmittag in Altos im Camping Hasta la Pasta von Marion & René, nett das Begrüssungs-Bier in ihrem Haus, Judith & Uwe stehen da, wir haben Mühe, im Sand eben zu stehen und es regnet, aber trotzdem angenehm warm, schöne Aussicht von der Sundowner Plaza (Grillplatz, Sonnenuntergang mit Apéro), das Freiluft-WC ist für die Abwasser-Entsorgung, könnte aber auch so benutzt werden

Das schöne Wetter ist ideal für einen Wöschtag, mit Sonne und Wind trocknet fast alles innert Stunden, Geni backt den ersten Zopf im Omnia, sieht gut aus und schmeckt sehr gut

Der Wetterfrosch sagt kalte Tage voraus und am Samstag sind sie tatsächlich da, Regen, am Morgen sogar Nebel, kalt, wir wollen trotzdem nach San Bernardino zum Markt und Supermarkt, Taxi Rosaora holt und bringt uns, die Verkäufer am Markt sind meistens Deutsche, es gibt ganz viele feine Sachen, wir finden Wasa Knäckebrot, René's Hörnli und Rauchlachs (teuer, aber man gönnt sich ja sonst nichts), zurück im Camping fällt der Strom für längere Zeit aus, spielt für uns aber keine Rolle, wir hören dann, dass in der Nähe ein Baum über die Leitung gefallen ist, noch in der Nacht funktioniert er wieder

Passend zum Wetter gibt es Raclette, ein Paar Socken für Geni ist fertig geworden, auch die sind für kalte Tage als Finken, fast jeden Tag laufen wir eine kleine oder grosse Runde um das Grundstück, dabei kommen wir durch einen riesig-hohen Bambus-Wald, die Affen haben wir jedoch nicht angetroffen

Claudia & Erwin wohnen im grösseren Haus, wir bekommen eine Führung und sind begeistert, so etwas würde uns auch gefallen, nicht zu gross, aber doch viel Platz, auch die Werkstatt gucken wir uns an, die er sich in der Casa Loca neu einrichtet

Die Tüechli-Stange hat uns schon lange geärgert: sie sollte mit Vakuum halten, funktioniert aber nicht, immer wieder liegt sie am Boden, Geni hat das Problem mit 2 kleinen Schrauben gelöst

Luque - Villa Florida - San Cosme y San Damian - Hohenau   4.7. - 10.7.2022

Diese Nacht war extrem warm, alle Fenster rundum und oben offen, ab Mitternacht kommt ein leichter Wind auf und es wird angenehmer, packen, Wasser auffüllen (Trinkwasser aus dem eigenen Tiefbrunnen) und wir verlassen die Quinta Tiffany, einkaufen im Supermercado Los Jardines, über Areguá zum Lago Ypacaraí, hier ist das Erdbeer-Anbaugebiet und die Erdbeer-Saison hat begonnen, am Strassenrand jene Stände mit frischen Erdbeeren und allem Feinen, was daraus gemacht werden kann, wir kaufen 500g (CHF 5.70), aber natürlich ist es noch zu früh und sie haben wenig Geschmack (Reiner hat uns gewarnt!), die Strasse wie gehabt schmal und unruhig, durch kleine Städtli hindurch kommen wir in Ità an, mittendrin die Laguna de Ità mit über 20 Kaimanen von mittel bis gross, hübscher Spaziergang um die Lagune, ab hier fahren wir auf der Ruta 1, irgendwann wird die Strasse besser, wir bezahlen auch Maut dafür (2x CHF 0.70), riesige Flächen, die für Weiden abgeholzt wurden, es stehen nur noch einzelne Palmen, rundherum gibt es sogar noch bewaldete Hügel (der höchste Berg von PY, Cerro Peró, ist 842m hoch)

Nach den Erdbeeren folgen Stände mit Chipá (traditionelles Gebäck mit Käse), farbige Keramik (so schön, ich hätte den Garten voll damit), geflochtenes Alles, Bälle (jede Art von Bällen werden in Quiindy hergestellt, auch für Fussball-WM), Holzsachen (vom Chäsplättli bis zur Futterkrippe)

In Villa Florida holen wir uns Infos beim Tourist Office, vom jungen Mann dort erhalten wir einige Prospekte, er kennt aber keinen Übernachtungsplatz, wir fahren zum Camping Municipal Playa Paraíso am Rio Tebicuary obwohl wir gelesen haben, dass der eigentlich nicht mehr existiert, man kann aber reinfahren und stehen, ausser einigen verfallenden Häuschen gibt es nichts, ein paar Leute/Autos sind hier, aber beim Eindunkeln sind wir alleine, Grillen zirpen, sehr ruhig, uns plagen die Hunderte von Mini-Fliegen, die durch das Mosquitonetz schlüpfen und wir wundern uns, wo die grossen Nachtfalter reinkommen, dem müssen wir nachgehen und Abhilfe schaffen

Weiter auf der Ruta 1, in San Ignacio beginnt die Ruta Jesuítica (Route der Jesuiten-Missionen, https://de.wikipedia.org/wiki/Jesuitenreduktion), leider ist das Museum geschlossen, kleiner Spaziergang um die Plaza mit schöner Kirche, wir verlassen die Ruta 1 und fahren gerade hinunter nach Yabebyry, den anzen Tag muss Geni wegen unzähligen und heftigen Lombadas immer wieder abbremsen, bei Schulen machen die noch Sinn, aber bei soo wenig Verkehr doch fraglich, auch Kühe, Hühner, Pferde und Hunde zwingen zum Anhalten, zwischen Ayolas und San Cosme y Damian fahren wir 25km ganz nah dem Rio Paraná entlang, wir hoffen, hier über Nacht stehen zu können, aber leider verwehrt uns unerwartet ein hoher Damm den Blick und Zugang, so stehen wir in San Cosme y  Damian auf dem kleinen Parkplatz der Jesuiten-Mission, keine Fliegen, aber eine Meute von 7 Hunden macht sich bemerkbar

Hier bekommen wir Informationen über die Jesuiten-Missionen und ein Billet, das während 72Std. für 3 Missionen (San Cosme y Damien, Trinidad und Jesús) gültig ist, Antonio führt uns durch die Überreste der Jesuiten-Mission, nur in spanisch, aber wir verstehen recht viel, es ist sehr interessant, beim Observatorium sehen wir einen erklärenden Film über Padre Buenaventura Suárez (Forscher der Astronomie, berühmt für sein Buch "Bestimmung der Mond-Finsternisse zwischen 1740 und 1903") und Angela zeigt uns den Himmel, Planeten und Sterne der Südhälfte im Sommer und Winter und wir erfahren auch etwas über den Glauben der Guaraní (Ureinwohner) an die Sterne, lustig: Gemüsebeete anstatt Blumenbeete, nach 2Std. fahren wir los, auch hier führt die Erdstrasse (sehr anspruchsvoll für Fahrer und GeCo) 5km ganz nah am Rio Paraná entlang, aber wieder ein Damm dazwischen, in Colonel Bogado treffen wir wieder auf die Ruta 1, auftanken und Kafi-Halt, an der Strasse kaufen wir 3 Sorten Chipá (traditionelles Gebäck mit Käse in div. Formen), klassisch schmeckt uns am besten, Käse und Fleisch nicht so, evtl. wenn die warm sind, wir fahren auf einem Damm und über mehrere Brücken, in Encarnación kommen wir auf die Ruta 6, in Trinidad stoppen wir für die 2. Jesuiten-Mission, wir sehen einen Informations-Film in Deutsch, die Ruinen können wir alleine ansehen, auch die sind sehr eindrücklich

In Hohenau auf dem Weg zum Parque Manantial treffen wir Karin, die Chefin vom Resto Cosmopolis, sie kann uns beruhigen, sie öffnet um 18Uhr, im Parque werden wir von Carla und Sohn sehr nett empfangen, schönes Plätzli in den Bäumen mit Sonne/Schatten, Strom, Wasser, Baños in der Nähe, gutes WiFi, zum Znacht laufen wir (mit Taschenlampe, ist aber unnötig, der ganze Weg ist gut beleuchtet) in 10Min. zum Cosmopolis und essen feines Cordon Bleu und Thai Green Curry, auch nachts noch angenehm warm mit leichter Brise

Wir legen einen Ruhetag ein und werkeln, Geni findet DEN Platz für das Staubsaugerli (hinten im Keller, wo er den Strom von der, bei den Batterien hinten, versteckten Steckdose mit einem Kabel nach vorne geholt hat), ich wische wieder einmal Staub und den Boden, man glaubt nicht, wie schnell Staub und Schmutz wieder da sind, Boden wischen jeden Tag ist Pflicht, zum Glück ist die Einrichtung ohne Schnick-Schnack, Znacht wieder im Cosmopolis, Pizza mit grosszügig viel "Meer" drauf und Quesadillas

Heute Freitag ist Tigo-Tag, wir sind ja gespannt, wir fragen bei Helmut Dänzer (Taxi, Kontakte siehe Foto), er hat Zeit um uns den ganzen Tag zu chauffieren, zuerst zur Jesuiten-Mission Jesús de Tavarangüé, die wir alleine anschauen können, sie ist nicht sehr gross aber auch eindrücklich, bevor wir noch das kleine Museum besuchen, setzen wir uns auf ein Mäuerchen und schauen die Fotos vom iPhone an (den Foto-Apparat habe ich im Taxi liegen lassen, ich dachte aber, dass er beim GeCo draussen auf dem Tisch an der Sonne liegt), beim Aufstehen entdeckt Geni ½m entfernt eine Schlange, sie bewegt sich nicht, wir nehmen Abstand und beobachten, wie sie lebendig wird, Geni macht Fotos und ein Video, die zeigen wir den Security-Männern, es ist eine Jarara/Urutu/Lanzenotter, eine der giftigsten Schlangen in Paraguay, wir haben ja wieder soo ein Riesen-Glück!!! in Zukunft tragen wir bei solchen Ausflügen richtige Schuhe, keine Sandalen

Auch bei Tigo haben wir Glück, der Laden hat über Mittag offen, es dauert etwas aber die nette Angestellte kann die SIM-Karte aktivieren, wir warten noch kurz bis die Kassen-Chefin vom Mittag zurück ist und wir noch einige Gigas kaufen können - und es funktioniert, danach einkaufen im Supermercado Colonias Unidas (recht gutes Angebot), Helmut fährt uns noch zu einem Bäcker und am Nachmittag zurück zum GeCo

Znacht im Restaurant hier, grosse Auswahl an Pizze, aber wir entscheiden uns für Milanesas, nach dem Essen treffen wir den Chef Ruben, in kurzer Zeit erzählt er uns sehr viel Interessantes, leider hat er nicht so viel Zeit, viel Familie ist da, man feiert Geburtstag

Renate & Bruno mit Hund Lola treffen ein, wir machen eine Rundwanderung zum Fluss, dem entlang und bei einer Weide zurück, eine Herde Kühe hinter und ca. 10 Kühe (die meisten grosse, weisse Brahman/Zebu) vor dem Zaun rennen auf uns zu, die kleinen Kälber können fast nicht bremsen, sie bleiben dann zum Glück auf Abstand, aber uns ist nicht so wohl dabei, Znacht wieder im Cosmopolis (Steaks), leider ist Karin auch heute nicht da

Kein Sonntags-Zmorge weil es hier am Mittag Parrillada gibt, Buffet mit verschiedenem Fleisch/Würsten vom Grill, Gemüse und Salate, alles sehr fein, für die 2. Runde nimmt uns Ruben mit in die Küche, wir bekommen das Fleisch direkt vom Spiess, so ist es natürlich noch besser

Laguna Blanca/Argentinien - Luque/Paraguay   26.6. - 3.7.2022

Der Abschied fällt uns leicht, immer noch Nebel und nass, die 5km Erdstrasse bis zur Ruta 86 ist aufgeweicht, der GeCo ist bis halbe Höhe rot davon, 60km bis Clorinda, einkaufen im Chango Mas, auf der Ruta 11 weitere 5km bis zum Zoll Aduana Falcón, die Ausreise Argentinien für Leute mit Privatauto wird nicht in Argentinien erledigt, sondern zusammen mit der Einreise Paraguay, bei der Immigración Argentinien ist mir etwas mulmig, weil nur Geni eine eMail betr. die Einreise erhalten hat und ich nicht, aber das ist kein Thema, es gibt auch keinen Ausreise-Stempel, bei der nächsten Einreise will ich auf einen Stempel bestehen, ein (dicker) Beamter flippt aus wegen dem GeCo, er fötelet und schickt sie einem Freund (Esteban Travel, er importiert WoMo-Teile ) und sofort wird telefoniert (egal, dass hinter uns PWs warten) und er gibt uns die Telefon-Nummer des Freundes für den Notfall, die Einreise Paraguay wird gestempelt, anschliessend zum Aduana, das Zoll-Formular wird nur zu ca. 1/4 ausgefüllt (nicht einmal die Chassis-Nummer), aber es gibt einen Stempel und Unterschrift, der GeCo wird nicht kontrolliert, nichts angeschaut, in ca. 15Min. ist alles erledigt, ein einzelner Geld-Wechsler ist auch zur Stelle, für's erste wechseln wir USD 100 (schlechter Kurs, weil wir 20er-Noten haben, jä nu), über die Puente Remanso über den Rio Paraguay, Kaffee und Kuchen (beides fein) bei der ersten Tankstelle, hier entdecken wir die Geldmaschine ATM und decken uns mit weiteren Guaranís ein (Kurs: CHF 1 = PYG 7207), gleich nach der Grenze stehen LKWs 2-3km weit am Strassenrand, auf der Ruta 9 (eher schmal und schlecht) sind es 34km bis Luque und dem Camping Quinta Tiffany, Sebastian empfängt uns, Renate & Bruno (MAN, CH, ihre homepage haben wir vor Jahren schon besucht) stehen da,  Carmen und Reiner lernen wir später kennen, schöner Platz im Garten mit Palmen und Bäumen, Strom, WiFi, Dusche (elektrisch)/WC, einige Blumen trotz Winter, Pferde, Hunde, Katzen, Papageien, wir sind überrascht, dass wir 1Std. gewinnen, die Zeitverschiebung zur Schweiz beträgt jetzt -6Std.

Einfach genial: es gibt hier wieder Uber, damit fahren wir in 10Min. in's Centro von Luque, wegen der besten Abdeckung zu Tigo für eine SIM-Karte mit dem Bescheid, es könne für Ausländer 1 Woche dauern, bis die Nummer aktiviert ist, wir nehmen sie trotzdem (kostenlos) und gehen gleich vis-à-vis zu Claro, hier bekommen wir die Karte und sie ist sofort aktiviert, ein nächster Besuch bei Tigo ist wohl programmiert, endlich finden wir eine "kleine" Thermosflasche (normalerweise sind die riesig und dick), jetzt gibt es täglich 1 Liter Mate, wir laufen zum Supermarkt Los Jardines (ziemlich warm und kein schöner Spaziergang), wir sind vom Angebot begeistert (Fleischkäse, Bier Edelmeister und Mahou ohne Alkohol), zurück auch wieder mit Uber, von Renate & Bruno bekommen wir Paraguay-Käse (Gruyère und Tomme), sie sind schon lange unterwegs und haben in Paraguay auch gelebt

Ein Nebeltag, aber nicht kalt (107müM), wir geniessen es, der Tag geht vorbei, ohne dass wir etwas Spezielles gemacht hätten, wir befassen uns mit der Weiterreise, wir wollen mehr von Paraguay sehen als geplant und fahren erst noch in den Süden (gibt eine schöne Rundreise mit vielen Sehenswürdigkeiten), bevor es in den Chaco nach Norden geht, von Renate & Bruno bekommen wir eine Paraguay-Bratwurst, zum Znacht vom Grill, total fein

Die Belgier Sarah & Tim (Ford/Bigfoot-Kabine) ein, sie haben wir in Salta schon getroffen, sie haben immer wieder Probleme mit dem Ford und sind begeistert vom GeCo

Am Freitag sind wir nochmals bei Tigo, die Chefin kümmert sich um uns, es dauert trotzdem ewig und ändert nichts, es kommen z.Zt. so viele Ausländer nach Paraguay, die werden erst überprüft und das dauert 1 Woche, aber letztes Mal ging doch etwas schief, sie hat uns nochmals erfasst und nächsten Freitag dürfen wir wieder zu einem Tigo-Laden

Wir bleiben bis Sonntag hier, kleine Wäsche, Büro (Monatsende, eMails und WhatsApp beantworten), Geni grilliert wieder einmal mit Holzkohle, leider gibt es auch hier keine Parilla, Reiner erzählt uns viel über Paraguay, das wird eine interessante Runde in den Süden

Anmerkung zu "Camping": die einen sind Camping Municipal/sonstige, viel Platz, Infrastruktur verlottert, nicht unbedingt sauber, die anderen sind Privat-Plätze, wir stehen im Garten von meistens (ehemaligen) Ausländern, es hat Platz für ein paar Camper, Wasser, Dusche/WC, Strom, WiFi und die kosten zwischen CHF 5 und 20