Cuiabá - Sonora - Rochedinho - Passo do Lontra - São Jão - Corumbá/BRASILIEN   3.10. - 9.10.2022

Den oberen Teil dieser Strecke der 364 kennen wir ja schon, nach Rondonópolis ist es die 163, auch mit dem GeCo fährt sie sich gut, wir sind jedes Mal schneller😉, ab Rio Verde ist sie neu für uns, wir kommen gut vorwärts, die Strasse ist gut, meistens geradeaus, öfters nur 2-spurig, aber bei Steigungen mit einer Überholspur, lange Zeit begleiten uns erfolglos dunkle Gewitter-Wolken, wir wundern uns immer wieder, wie fruchtbar nur schon dieser Teil von Brasilien ist, LKWs fahren den ganzen Tag die Ernte zur Verarbeitung oder Lagerung, viele Nandus in den Feldern, viele Aras am Strassenrand, in Sonora einkaufen (ist kein super Markt, es reicht nicht für ein Geburtstags-Essen), wir stehen beim Balneário Pôr do Sol, direkt am Rio Correntes, ein Brasilianer mit WoMo ist da, es ist schwül, der Gewittersturm hat sich kurz vorher hier entladen, überall liegen Äste und Blätter am Boden, lustige Kaninchen-Eulen wohnen direkt vor unserer Türe, es hat auch viele Ibisse, Aras, kleine Vögel und dicke, grosse "Maikäfer", viele landen auf unserem Dach und krabbeln herum, ich drehe viele vom Rücken auf die Füsse, aber sie sterben alle

Wir sind wieder im Estado Mato Grosso do Sul, im Zuckerrohr-Gebiet, Hügel auf und ab, grün von Wäldern und Weiden, unseren Znacht holen wir unterwegs bei einer Churrascaria in Coxim (3 Busse stehen davor, auch viele LKW-Fahrer verpflegen sich da), Fleisch direkt vom Spiess und diverse Salate, für heute haben wir uns die Recanto da Elô bei Rochedinho ausgesucht, Gudy & Dieter (MAN/D) sind da, wir stehen im Garten von Elô & Kaka, ein ganz herziges, herzliches Paar, der Hausteil mit Küche/Aufenthaltsraum und auch der Garten sind ganz speziell, aus vielen alten Teilen ist etwas Brauchbares gemacht worden (so schade, ich habe keine Fotos gemacht), wir verbringen hier 2 ruhige Tage, einen mit Regen  

15° kühler, einkaufen in Campo Grande, der Parkplatz ist etwas eng für uns, wir belegen 4 PP, damit wir überhaupt wieder rauskommen, auf der 262 geht es Richtung südliches Pantanal, das Knarren vom GeCo nervt wieder, auf der Strasse 3 grosse, tote Ameisenbären, lebens sehen wir 1 Gürteltier und Tukane, nach dem Mittags-Kafi brauchen wir eine Pause, es gibt nicht viel Abwechslung auf dieser Strecke, bei einer Brücke (Tipp vom iOverlander) stoppen wir wegen Kaimanen, die hat es wirklich, aber auch Millionen von Mozzies (Mosquitos), die Abzweigung zur 184 verpassen wir zuerst, die Einfahrt zum Pantanal ist nicht speziell bezeichnet, in Passo do Lontra eine kurze, übelste Rumpelpiste zur Pantanal Jungle Lodge, hübsche Anlage direkt am Rio Miranda, alles steht auf Pfählen, man sieht gut, wie hoch das Wasser jeweils kommt, netter Empfang von Lobo und dem Barman, nach starkem Regen gestern auch hier Mozzies, Caipi an der Bar, Znacht vom Buffet (Cocina Casera/Hausmannskost: div. Salate, Reis, Bohnen, div. Fleisch, Kürbis, div. Desserts), Frosch in der Dusche, kühle-feuchte, dafür mückenfreie Nacht (www.pantanaljunglelodge.com.br)

29. Hochzeitstag am 8.10., wir zählen die 20 Jahre davor dazu = 49 Jahre Brunners! Die Estrada do Parque Pantanal ist 117km lang mit 87 Brücken (alle in recht gutem Zustand, so weit sie vorhanden sind), heute fahren wir ganze 20 üble! km bis zur Pousada São Jão, auch hier total netter Empfang von Rodrigo, man erwartet viele Gäste (Samstag), die meisten machen Ausritte, deshalb stehen wir auf dem Ônibus-Parkplatz vor der Anlage, sogar mit Strom-Anschluss (Kühe kommen vorbei, in der Nacht Pferde), mind. 20 Hyazinth-Aras kann man bei der Futterstelle fast vor unserer Türe beobachten, es hat auch Papageien, Tukane, Perlhühner, am Abend Konzert von Fröschen/Grillen, am Morgen von Vögeln, aus der Ferne hören wir Brüllaffen, zu viele Mozzies, zu wenig Internet

Diese Estrada do Parque Pantanal ist nicht vergleichbar mit der Transpantaneira im Norden, wenig Aussicht mit den Büschen links und rechts der Strasse, aber immerhin sehen wir doch noch ein paar Tiere: Tukane, div. kleine Vögel, Agouti, gelbe Anaconda, Jabirus, Geier, Nandus, Ameisenbär, Reh, Fuchs Skelette auf den Weiden, im Schnitt sind wir mit 20kmh unterwegs, über den Rio Negro bringt uns eine kleine Fähre, sie ist schon unterwegs mit 1 Auto, kehrt aber für uns und 2 Fussgänger nochmals zurück, unbemerkt verlassen wir den Pantanal, wir fahren durch Weiden und Wälder, schöne Fazendas und armseligste Hütten, eine total steile Abfahrt nehmen wir mit der Untersetzung, schwarze Wolken und dann tatsächlich ein kurzer, heftiger Urwald-Regen, zum Glück fahren wir mehr auf Sand- als Lehm-Strasse, die ist recht griffig, wenig Verkehr (anders als im Nord-Pantanal), in Corumbá stehen wir bei der Pousada do Cachimbo "Recanto Pantaneiro", netter Empfang von Jane, auch ihr Bruder A? kommt vorbei (er spricht englisch), vor 3 Tagen wurde die Anlage von einem Sturm getroffen, Bäume und Äste mussten von der Feuerwehr geräumt werden, stärkerer Wind kommt auf und macht uns etwas Angst wegen dürren Ästen, wir ziehen um von unter dem Baum neben den Baum, leider ist alles in die Jahre gekommen, wäre etwas ganz Spezielles, Baño in Zimmer Nr. 3, 2 ganz nette Brasilien-Overlander treffen ein (Patricia, ?/Pick up und Roberto, ?/Van, sie wollen nach Peru, man spricht auch englisch), wir bekommen 2 grosse Stücke Bolo de Milho/Maiskuchen (warm, sehr lecker)

Cuiabá - Rondonópolis - Cuiabá   25.9. - 2.10.2022

Wir fahren noch gerne am Sonntag, in der Stadt hat es merklich weniger Verkehr und über Land ein paar LKWs weniger, in Rondonopólis sind wir wieder im Comfort Hotel, das Miet-Auto geben wir noch nicht zurück, wir sind jeden Tag bei Iveco, ich habe mein Büro im GeCo eingerichtet, dazwischen immer mal eine Testfahrt, bei den Mechanikern ohne Fehlermeldung, bei uns mit, wir sind jeweils nach ca. 5km im Notlauf wieder zurück, wir erkundigen uns schon bei Schwager Bruno, wie er uns ein Gerät schicken könnte (Brasilien ist wegen dem Zoll nicht einfach), an einem Nachmittag ein starkes Gewitter mit Regenschauer, das ganze Areal ist aufgeweichter roter Lehm mit Wasser-Löchern, am Mittwoch wird noch ein kleines Teil ausgewechselt, dann 2 Tests (Mech und wir): beide ohne Fehler, am Donnerstag nochmals (Mech, wir über 200km): ohne Fehler, jetzt glauben wir, dass der GeCo wieder fahrtüchtig ist, einkaufen, unsere Sachen vom Hotel zurück räumen, das Miet-Auto abgeben, am Freitag bringt uns Taxi Adalberto zu Iveco und wir verabschieden uns (hoffentlich) definitiv

Doch noch mit mulmigem Gefühl fahren wir auf der 364 wieder Richtung Cuiabá, am Wochenende sind Wahlen, da wollen wir auf einem netten Camping stehen, den finden wir auch mit der Estancia Karimã, wir werden von Luisa und Ade begrüsst, viel Platz für Camper mit eigenem Strom-/Wasser-/Abwasser-Anschluss (wir sind die einzigen), viele grosse Mango-Bäume (die reifen Mangos fallen runter, die schönen lesen wir auf für Dessert und Zmorge-Müesli), die Infrastruktur für ein grosses Fest wird eingerichtet, ab 21Uhr füllt sich der Platz, nette Musik, nicht laut, wir schlafen gut, merken nicht einmal, als die Autos wegfahren, auch fliegen die Flugzeuge tief über den Platz zum nahen Aeroporto, der GeCo wird innen und aussen geputzt (der rote Staub vom Iveco-Platz ist überall), neben Vögeln hat es Eichhörnchen und Tukane

Am Sonntag wollen wir zum Rio Cuiabá spazieren, für Fotos und ein Bier, aber Ade ist nicht auffindbar, er ist vom Wählen zurück, das Motorrad steht da, aber er ist nirgends und die beiden Tore sind abgeschlossen😬, nach langem Rufen und Suchen geben wir auf und nehmen den Apéro hier

Eigentlich wollen wir von hier nach Cáceres und Bolivien, aber wir trauen dem GeCo noch nicht 100% und beherzigen den Rat unseres persönlichen technischen Beraters Flury und fahren erst noch ca, 1'500km in der Zivilisation, also zurück in den Süden, so können wir auch noch den südlichen Pantanal mitnehmen

Rondonópolis - Cuiabá - Pantanal Pixaim/Porto Jofre - Cuiabá   16.9. - 24.9.2022

Bei Unidas dauert es 1Std., bis Geni nochmals im System erfasst ist (PC- oder eher Anwender-Problem?) und wir endlich losfahren können, gerade vor dem Mittag sind wir bei Iveco, bevor Tor und Schranke geschlossen werden, wir holen unsere Sachen (hoffentlich alles, was wir brauchen) aus dem GeCo, verabschieden uns von Marcos und den Mechanikern, wir hoffen auf baldigen guten Bericht und machen uns auf der 364 auf den Weg nach Cuiabá, mehr LKWs als PKWs, Wald, Hügel und Kurven, vorher und nachher flache, trockene Felder

Das Hotel Deville in Cuiabá finden wir erst im zweiten Anlauf, sie haben nur eine kleine Tafel diskret bei der Einfahrt, nichts Grösseres höher am Gebäude, wir sind mit unserer Wahl zufrieden, Atmosphäre, Angestellte, Zimmer, Restaurant, Zmorge, schöner Pool (für Geni zu kalt), alles stimmt, wir wissen, dass Cuiabá nicht viel hergibt, erst laufen wir ein Stück, aber es ist viel zu heiss, mit dem Auto fahren wir eine Runde und sehen doch noch etwas von der Stadt: Geografischer Mittelpunkt von Südamerika, Parque Tia Nair (Capybara), Orla do Porto (farbige Fake!-Häuser), 4. Covid-Impfung bei einem Posto de Salud geholt: keine Desinfektion, nur ein Wattebäuschchen, kein Pflästerli (hoffentlich wird die auch andernorts akzeptiert), den ganzen Sonntag verbringen wir am Pool mit Lesen und PC, warm mit angenehmem Wind, weil ich mich nur darum kümmere, dass der PC keine Sonne hat, bekomme ich einen roten Rücken, nicht schlimm, aber Geni muss mich fleissig eincrèmen, Znacht essen wir im Hotel, aber auch in der Nähe beim Italiener "2 Ladrinos" (nicht speziell) und bei "Casa Nonna" (total hübsches Lokal, aufmerksame Bedienung, feines Essen)

News von Iveco: der Turbo ist es nicht, die Suche geht weiter, gerne hätten wir zusätzliche Informationen über den Pantanal bekommen, aber das Tourist-Office haben wir nicht gefunden (nach 2 falschen Adressen geben wir auf), im Hotel gibt es nicht einmal einen Stadtplan, also fahren wir am Dienstag auf der 364 durch die Stadt und auf der 060 nach Poconé, hier stocken wir unseren Wasser-Vorrat auf und holen etwas Geld, bei der Banco do Brasil gibt es wieder nichts, aber gleich nebenan bei der Bradesco ist es kein Problem, ab hier sind wir auf der Transpantaneira: von Poconé bis Porto Jofre 147km schlechte Erdstrasse (Löcher, Wellblech), lange Strecke auf dem Damm durch den Pantanal, 122 Brücken (von neu bis lebensgefährlich), schon von der Strasse aus kann man viele verschiedene Tiere sehen (unzählige Kaimane und Capybaras, Jabirus, Störche Aguti, viele kleine Vögel u.v.m.), die meisten an den Wasserlöchern, die zum Ende der Trockenzeit kleiner werden und ganz austrocknen, endlich treffen wir wieder einen Overlander: Marion & Micha (Landcruiser/D), vor Pixaim haben wir ein Zimmer in der Pousada Rio Claro reserviert und sind enttäuscht, es entspricht überhaupt nicht den Fotos bei booking.com/Website, wir reklamieren und können in ein grösseres Zimmer (4 Betten) umziehen, das hat auch mehr funktionierende Steckdosen, aber alle hier sind nett, die Zmorge-, Zmittag- und Znacht-Buffets sind fein, auch das Bier (es hat allerdings am ersten Tag schon grosse Löcher im Kühlschrank), wir sind überrascht, dass ca. 30 Leute hier sind

Mit Verspätung machen wir direkt von der Pousada aus eine 2-stündige Boots-Tour auf dem Rio Claro, 3 junge Nordländer mit CH-Reiseleiter schaffen es nicht, pünktlich zu sein (der Kapitän und wir sind hässig), auf dieser Tour sehen wir viele verschiedene Vögel und eine Echse, ein grosser (halb-zahmer) Kaiman am Strand, am Nachmittag ruhen und einen Tages-Ausflug für den nächsten Tag bei Eduardo von der Jaguar Ecological Lodge organisieren, wir wollen diese üble Strasse nicht selber fahren (wir bräuchten den ganzen Tag)

Tagwach um 3:20, das Taxi ist bereits um 3:30 da anstatt um 4Uhr, zum Glück haben wir bereits gepackt und geputzt sind wir auch schnell, Eduardo hat sich bei der Wegzeit gröber vertan, anstatt 1½ benötigen wir 3Std.! Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir das eher nicht gemacht, bei der Lodge reicht es noch für ein schnelles Zmorge, danach fahren wir (Gruppe von 8 Leuten, 3 kommen später noch dazu) mit dem Pick Up nochmals 1Std. bis Porto Jofre, auf der Strasse sehen wir die erste Anaconda (gelb, kleinere Art), das Boot ist schnell eingeräumt, teils sind wir mit Speed auf dem Rio São Lourenço unterwegs, dann wieder ganz langsam und leise auf Nebenarmen/in Buchten und können 10 Jaguare beobachten, daneben Riesenotter, eine grüne, grössere Anaconda, massenhaft Capybaras und Kaimane und wieder viele Vögel, Kapitän und Guide geben uns genug Zeit für die Tier-Beobachtung, deshalb wird es auch spät, bis wir zurück in der Pousada sind, es hat aber viele neue Leute, die noch am Znacht sind, so bekommen auch wir noch etwas

Wir überlegen, ob wir hier einen Ruhetag anhängen sollen, aber wegen dem GeCo haben wir eh keine Ruhe (nur negative News), also fahren wir zurück nach Cuiabá in's Hotel Deville, am Samstag machen wir einen Ausflug zum National Park Chapadas dos Guimarães: Cañon mit Wasserfällen, wir laufen nicht weit, es ist viel zu heiss, so besuchen wir nur den Cachoeira Véu de Noiva/Brautschleier, die Wasserfälle sind zu dieser Jahreszeit eh nicht sehr spektakulär, zurück gibt es Kokos-Wasser aus der frischen, kühlen Kokos-Nuss, anschliessend wird das Kokos-Fleisch ausgelöffelt, ich liebe es, Geni eher nicht (es ist ganz dünn und gschlüdrig, noch nicht dick und fest), als fast einzige sind wir mit Wanderschuhen und Tagesrucksack unterwegs, die anderen in Schlärpli, FlipFlops oder sogar barfuss

Refugio Canaãn/Bodoquena - Taboco - Rio Verde - Rondonópolis   10.9. - 15.9.2022

Ab 7:30 treffen die ersten Gäste ein, Familien mit vollgepackten Pick Ups, wir fahren bereits um 8:30 los, weil wir mehr Gegenverkehr erwarten als auf der Hinfahrt, tatsächlich kreuzen wir bis zur 178 19 Autos und sehen auch einen Tukan, bei Bodoquena kommen wir auf die 339 und vor Miranda auf die 262, einkaufen in Miranda (nur das Nötigste, kein super Supermarkt) und wieder einmal Kanister suchen, aber trotz Tipps auch hier erfolglos

Als nächste Station haben wir uns wegen Ausflügen und Internet für die Ranch Meia Lua entschieden, leider war niemand zu Hause, ein junger Mann von nebenan kommt, wir verstehen ihn so, dass wir nicht bleiben können, es hat nicht ausgesehen, als sei Hotel/Camping in Betrieb

Leichte Aufregung auf der Hauptstrasse: wir sind mitten in einer langen Baustelle mit 1-Spur-Verkehr zur Ranch abgebogen, jetzt sind wir zurück und sehen nicht, welche Richtung «grün» hat, weil überhaupt kein Auto unterwegs ist, also fahren wir los und merken: unsere Richtung hat «rot», die Kurven und Steigungen sind nervig, zum Glück wenig Verkehr

Also fahren wir weiter bis Aquidauana und auf die 419 (225km, am Ostrand vom Pantanal), recht gute Sandpiste, wir sind mit 20-30kmh unterwegs, überraschend viel Verkehr, unzählige schmale Brücken, Bäume blühen in allen Farben, viele Fazendas mit riesigen Weiden, Kühe mit vielen Kälbchen, ein Coati/Nasenbär überquert die Strasse, rennt in ein entgegen kommendes Auto und verschwindet im Gebüsch, hoffentlich überlebt er, vor Taboco wir stellen uns zu Fischern, die hier ihren Zeltplatz eingerichtet haben, draussen Mosquitos, drinnen nur ganz wenige, roter Vollmond, Unruhe kommt auf, weil ein Fuchs bei den Fischern etwas mitgehen lässt, sonst ruhig, obwohl Strasse/Bücke  gleich hinter dem Gebüsch sind

Mit dem Tag und den Vögeln erwachen auch wir, Geni geht auf frühe Foto-Safari, die Fischer sind schon lange aktiv, wir sehen aber nicht, dass sie etwas fangen würden, der Fluss ist eher klein und dunkel, auf kurzen Strecken war kürzlich ein Grader unterwegs, da können wir sogar mit 40kmh fahren, wir sehen Aras (blaue und gelbe), Rehe, Echse, Fuchs, Kaimane, Nandus, Capybara (Wasserschweine)- und Wildschwein-Familien

Bei Colônio São Luiz wechseln wir auf die 427, diese Erdstrasse ist merklich schlechter, viel Wellblech und Löcher, über 4 Hügelketten kommen wir von 180 auf über 600müM, schönste Gegend mit vielen Hügeln und grünen Weiden/Feldern und Eukalyptus-Wäldern, sieht fast aus wie im Emmental

Wir sind überrascht und total froh, als wir 10km vor Rio Verde auf Asphalt treffen, wir bleibenvor Rio Verde im Balneário do Meca, wir stehen auf dem einzigen flachen Plätzli (das ganze Gelände ist schräg), heute Sonntag sind sehr viele Einheimische hier, jede Familie/Gruppe hat seine eigene Musik in voller Lautstärke, die letzten verlassen das Balneario erst nach 20Uhr, endlich Ruhe und stockdunkel (ausser im Baño kein Licht), Frosch in der Dusche, RIESENspinne im WC!

Heute gehe ich auf frühe Foto-Safari, hübscher kleiner Fluss mit Stufen und Teichen, gestern war hier Rambazamba, heute um 6Uhr schönste Ruhe, aber doch schon warm, in Rio Verde kommen wir wieder auf die 163, Hauptverbindung Campo Grande - Cuiabà und deshalb recht viele LKWs, über unzählige Hügel, bei einer der grossen Tankstelle mit LKW-Parkplätzen machen wir Kafi-Halt und kaufen gleich unser Znacht (verschiedene Fleische vom Grill und Randen-,Bohnen- und Tomaten-Salat), hier ist wieder Zuckerrohr-Gebiet, Zuckerrohr von ganz klein bis erntereif so weit das Auge reicht, wir kreuzen wieder einmal einen Overlander, das Knarren beunruhigt uns, in Rondonopólis finden wir die Iveco Torino, das liege nur an den Blattfedern, sie werden geputzt (KEIN Öl/Fett, nur Wasser), also fahren wir weiter, das Knarren ist wirklich weniger

Aber dann beginnt das Drama: nach ca. 5km erscheint die Meldung "Motor kontrollieren lassen", Symbole leuchten und die Geschwindigkeit ist auf 30kmh begrenzt, also im Schneckentempo zurück zu Iveco, es soll irgendetwas mit dem AdBlue sein, bis am Abend ist das Problem nicht gelöst, wir können nicht auf dem Iveco-Gelände stehen, es sei zu gefährlich, es werde immer wieder eingebrochen, also übernachten wir in der Nähe im Hotel Santa Fé, die AirCondition ist ungewohnt, uns ist entweder zu warm oder dann zu kalt, der Innenhof füllt sich mit Autos und sogar einigen LKWs

Brasilianisches Frühstück: Chipa, Saft, Milch-Kafi, Brioche mit Crema, Früchte, um 7:30 sind wir wieder bei Iveco, die Diagnose zeigt mal viele Fehler, mal keine, immer wieder Testfahrten, immer wieder Fehlermeldungen, dann wieder keine, das Protokoll geht zum Iveco-Werk und wir wieder in's Hotel, ein besseres Zimmer mit Eidechsli und Spinne, die Fliegen und Mücken fressen

Um 7:30 wieder bei Iveco, noch kein Bericht vom Werk, es soll auch ein Techniker vom Werk kommen, wir sitzen im kühlen Warteraum und sehen, dass alles Mögliche getestet wird, bis jetzt ohne Erfolg

Kopfschütteln von uns: mitten im Voll-Betrieb verscheucht eine Angestellt die Wartenden und auch die Büro-Angestellten müssen Pause machen, viel Wasser wird auf dem Boden verteilt und mit der Gummilippe zusammen mit dem Schmutz zur Türe hinaus befördert! Unverständlich, dass das nicht vor oder nach der Arbeitszeit gemacht wird

Wir treffen viele nette Leute hier (Mechaniker und Chauffeure), sie sind sehr wissbegierig und erzählen auch viel, mit Spanisch geht es einigermassen, mit Portugiesisch eher nicht, da kommt der Google-Übersetzer mit Mikrofon zum Einsatz

Seit Montag sind wir hier und erwarten jeden Tag, dass das Problem gefunden und dann bald gelöst wird, aber auch am Donnerstag ist es noch nicht so weit, am Mittag beschliessen wir, dass wir ein Auto mieten und Ferien machen, wenn sich etwas tut, sind wir via WhatsApp in Kontakt

Erst beim 2. Anlauf bekommen wir ein Mietauto bei Unidas, Umzug in's Hotel Comfort in der Nähe, das Auto bekommen wir erst morgen, wir geniessen den Komfort (Riesen-Unterschied zum Hotel Santa Fé) und das feine Essen in der Nähe

Bonito - Refugio Canaãn/Bodoquena   2.9. - 9.9.2022

Das Knarren ist immer noch da, WD40 hat nicht geholfen, wir fahren 70km auf der 163 und 20km auf der 178, recht gute, schmale Erdstrasse mit steiler Abfahrt (Untersetzung), trotzdem brauchen wir 1Std. bis wir das Refugio Canaãn/Bodoquena erreichen, es liegt in einem kleinen Tal am Rio Salobra, links und rechts Wald, netter Empfang und Infos in Englisch, es ist Wochenende, die Grill-Häuschen sind fast alle besetzt, die meisten fahren am Abend wieder weg, die anderen übernachten in 3 Zelten, es gibt noch ein Hotel und Bungalows, sehr schön und liebevoll gemacht, sehr sauber, Ilka & Günther treffen ein (der Tipp ist von ihnen und endlich wieder Bücher tauschen), einen Mirador mit Aussicht über das Tal erreichen wir mit einer kurzen Wanderung, jeden Abend nehmen wir an der Bar einen Caipirinha-Apéro und essen da auch öfters (leider nur bis 17Uhr, das Restaurant öffnet erst um 19Uhr), Fisch/Poulet/Fleisch mit Pommes - alles ist frittiert, aber trotzdem sehr fein, neben Pferden, Kühen, Eseln hat es viele Vögel: Pfaue, Ente, Hühner, Hyazinth- und Gelbbrust-Aras, grüne Papageien und Wellensittiche, Tukane, Perlhühner und viele kleine, unbekannte Vögel in allen Farben, es gibt 3 Zugänge zum Fluss, das Wasser ist herrlich frisch, es hat auch Hängematten im Wasser, eine grosse Kapuzineraffen-Familie turnt in den Bäumen dem Fluss entlang

Leider ist das Internet sehr unzuverlässig, so können wir unsere Pendenzen nur schwer erledigen, wir laufen ein Stück weit der Strasse entlang, entdecken aber nichts Aufregendes, bedeckter Himmel,  sehr warm, viele kleine Fliegen plagen uns

Wieder einmal haben wir grosses Glück: ein gelber Ara ist über das Mosquito-Netz vom Heki gelaufen und hat dabei 5 Löcher rein gemacht😠, ein erster Versuch mit stopfen wie in der Nähschule gelernt kommt gut, braucht aber sehr viel Zeit, die Lösung: mit einer Seite vom Klettverschluss-Band sind sie schnell gestopft und das Netz lässt sich trotzdem gut öffnen und schliessen

Der 7.9. ist hier der Unabhängigkeitstag, am Vorabend treffen schon einige Einheimische ein und belegen die Grillhäuschen, immer wieder kommen die verschiedensten Vögel in unsere Nähe, die Gelbbrust-Aras beobachten wir speziell (für uns die Toorebuebe), ein Perlhuhn legt hier sogar ein Ei, mit Ilka & Günther essen wir im Restaurant: Fisch/Poulet/Aubergine alles sehr fein gekocht, schön angerichtet, netter Service, Riesen-Portionen zusammen mit den Beilagen Reis, Pommes, Bohnen und Salat

2 Tage lang starker Wind, so spürt man die 40°C weniger, eigentlich wollten wir gestern weiter, dann heute, aber morgen definitiv, Obst, Milch, Bier, Trinkwasser, Gemüse etc. geht langsam aus, Essen und Trinken bekommen wir hier schon, aber es wird auch Zeit für Neues

Hernandarias/PARAGUAY - Guaíra/BRASILIEN - Dourados - Bonito   25.8. - 1.9.2022

Weiter auf der "Supercarretera Itaipú", unendlich weite Felder, abgeerntet (Mais, Zuckerrohr) und schon wieder neu bewachsen, viele kleine Dörfer/Städtli mit Lomadas ohne Ende, auf der Ruta 10 in angenehmen Wellen auf guter Strasse auf und ab durch fruchtbares Gebiet, am Strassenrand viel und grosse Reklame für viel Gift, heute nur 2 Polizei-Posten: 1. nur Fahrausweis, 2. nur Fragen (alles gut? genug Wasser? wie lange in Paraguay, wohin?), im Centro von Salto del Guairá gehen wir zur Migracion und lassen uns den Ausreise-Stempel geben, in der Mitte der Hauptstrasse gibt es Cambios, hier wechseln wir unsere Guaranis in brasilianische Reais, kurz vor der Grenze können wir das TIP beim Puesto de Aduana abgeben, damit soll alles erledigt sein - hoffen wir es!

Noch ein ganz kurzes Stück und schon sind wir beim Zoll von Brasilien, die TIP-Ausstellung dauert ziemlich lange, die Wartezeit wird uns aber von 2 Polizisten und 1 Zöllner verkürzt, einer spricht sehr gut englisch, mit den anderen funktioniert spanisch, grosses Gelächter wird ausgelöst, als sie auf Geni's Ähnlichkeit mit der Film-Figur Heisenberg/Walter White in der Serie "Breaking Bad" hinweisen (während dieser Zeit fahren alle einreisendes Autos ohne Kontrolle durch), der Chef erklärt uns das TIP ganz genau (nur 60 Tage gültig, aber das reicht für den Pantanal), unterschreiben und wir sind in Basilien, auf der schlechten Rua 163 (so haben wir sie vom Norden in Erinnerung), über die Ponte Ayrton Senna (3,6km) über den Rio Paraná nach Guaíra, auch hier müssen wir in's Centro zur Policia Federal für die Migracion, die 2 Einreise-Stempel sind in 5 Min. im Pass, wir sind im Bundesstaat Paraná, die Uhren gehen hier 1Std. vor (nur noch 5 Std. hinter der Schweiz), das Centro Nautico Marinas ist eine grosse Anlage am Rio Paraná mit Boots-Rampe, vielen Grill-Häuschen, Sport- Möglichkeiten, Grünfläche, wir stehen auf einem für Camper eingerichteten Parkplatz (Wasser, Abwasser, Strom), ein Canadier mit Velo ist noch da, alle anderen Besucher verlassen das Gelände am Abend, das Internet funktioniert nicht, die SIM-Karte von 2019 auch nicht, ein Bus-grosses WoMo (BR) kommt an, mit Zeltlern zusammen belegen sie ein Grill-Häuschen, sie richten sich für ein paar Tage ein

Hier in Guairá wollen wir uns um SIM-Karte und Geld kümmern, was gar nicht so einfach ist, eine SIM-Karte gibt es nur mit der CPF (Steuernummer), die haben wir nicht, und obwohl wir im 2019 eine SIM-Karte hatten (ohne CPF), geht das hier nicht, wir müssen uns eine entsperrte Karte kaufen, bei der 3. Adresse erhalten wir die, unser Chauffeur Carlos ist uns behilflich, er findet auch einen Spezialisten, der uns die Karte einrichtet, aber das Internet funktioniert doch nicht, bei den Banken gibt es auch nichts, bei den Karten fehle das PLUS-Zeichen (das war bisher nie ein Problem!), zum Glück gibt es Western Union, nach mehreren Versuchen klappt es auch, aber wir erhalten nur R$ 600 (gerade mal CHF 114)

Freitag/Samstag füllt sich die Anlage mit Sportlern, Fischern mit Booten, Gruppen/Familien, die alle Grillhäuschen belegen, Pickups  voll mit Bierfässern, Cola und viel Fleisch werden entladen, wir werden bei einem Geburtstags-Fest zum Bier eingeladen, soo viele Leute und alle soo herzlich, man spricht englisch, spanisch, portugiesisch und mit Händen und Füssen, die 2 Stück vom Bolo de Aniversário (Cocos, mmhhh so fein!) essen wir zum Dessert, foi um prazer conhecê-lo, muito obrigado por sua hospitalidade

In der Zwischenzeit sind weitere Overlander eingetroffen: Rosana & Vicente (Van/BR, sie laden uns nach Santa Maria ein, Süd-Brasilien steht nächstes Jahr auf dem Plan, die Chance ist gross, dass wir die beiden besuchen) und Sabine & Wolfgang mit Alexander (LKW/D)

Ein Stück zurück auf der Rua 163 und der Ponte Ayrton Senna, wir sind im Bundesstaat Mato Grosso do Sul (wieder 1Std. zurück), die Landschaft ist wie in Paraguay, auf und ab, riesige Felder, mehrheitlich gute Strasse, viele LKWs (auch am Sonntag wird geerntet), vor einem Restaurant werden Poulet gebraten, eines davon gibt es heute zum Znacht, wir fahren über den Wendekreis des Steinbocks und überholen Sabine, Wolfgang & Alexander, wir sitzen bereits bei Bier und Caipirinha, als sie auch bei der Pousada Ipé vor Douradas eintreffen, Andrea, Leyla und Jorge sind total nett, sie organisieren sogar einen Freund als Telefon-Übersetzer, ein hübsches Plätzli am Rio Dourados, viele Leute sind hier mit ihren Fischer-Booten, die müssen alle aus dem Wasser, einige stellen sie hier ein, die anderen nehmen sie mit

Für die Weiterfahrt haben wir uns eine Route links der Hauptstrasse 163 (auf der Karte gelb, nicht rot), von Douradas in Richtung Grenze Paraguay hat es noch viel Verkehr, aber bald fahren wir über Land, da sind fast nur noch LKWs mit Ernte unterwegs (Mais-Gebiet), grosse Felder, viele grosse Silos, viele LKWs stehen Schlange zum Abladen, und plötzlich sind wir im Grünen: Weiden, Kühe, Wälder und sogar Hügel, in Bonito haben wir uns den Camping Pé na Jaca ausgesucht (nahe beim Centro), aber der ist zu, also zur Pousada do Peralta (www.pousadadoperalta.com.br) und es gefällt uns hier (Infrastruktur gut, 2km zum Centro), von 9 Plätzen sind nur noch 2 frei, ausser Ilka & Günther (MB/D) sind alles einheimische Camper, jeden Tag kommen viele Aras (blaue und rote), noch mehr grüne kleine Papageien, Tucane, sonst viele verschiedene Vögel und auch eine Echse

Nach einem Ruhetag laufen wir in's Centro (recht warm), zuerst zur Lavanderia, dann zu Claro (nicht hilfsbereit, kein Interesse!), aber beim Handy-Zubehör-Shop "JuniorCell" hilft uns die junge Mutter mit Baby (wir stören sie beim Stillen) und erklärt uns das System Claro Brasil, jetzt funktioniert alles, nach 3 Banken (nur mit eigenen Karten) geben wir auf und holen R$ 2000 (CHF 375) bei Western Union, mit dem Taxi zurück, viel zu warm um jetzt zu laufen, Geni liegt wieder unter den GeCo, das Knarren ist wieder da, nicht so stark wie vorher aber doch ungemütlich, er sieht nichts, dass etwas kaputt wäre, es könnte die Verbindung Chassis/Kabine sein, wir versuchen es mit WD40 (Tipp von Tartaruga), um 6Uhr beginnt jeweils das Training bei der Fussball-Schule gegenüber, tagsüber geht da nichts, aber am Abend wieder bis spät, wir erwachen früh und sehen dadurch auch die Tukane, am letzten Abend essen wir mit Ilka & Günther im Restaurante Juanita, wir bestellen "Pacu na Brasa" (ganzer Fisch vom Grill, über 1kg, für 4 Pers.) mit vielen Beilagen und alles war ja soo fein, unbedingt empfehlenswert!